Spätzeit
Nach dem Augsburger Reichstag trat Luther nur noch seelsorgerlich und publizistisch hervor. Er hielt bis 1545 Vorlesungen in Wittenberg, doch seit 1535 fast ausschließlich über die Schöpfungsgeschichte. Mit verschiedenen Stellungnahmen zu theologischen und politischen Einzelfragen versuchte er zudem weiterhin, den Fortgang der Reformation zu beeinflussen, jedoch mit weit weniger direkten Wirkungen.
In den Türkenkriegen (1521-1543) forderte Luther den Kaiser und die Reichsstände 1529 angesichts der Belagerung Wiens wie viele andere Theologen zum gemeinsamen Verteidigungskrieg auf, jedoch anders als diese mit vehementer Ablehnung der Kreuzzugsidee. Seit 1535 rief er jedoch in einigen Schriften dazu auf, den „Feinden Christi“ mit schärfstem Zorn zu begegnen. So befürwortete er gegen seinen Grundsatz Ketzer verbrennen ist wider den Willen des Heiligen Geistes (1519) die Verfolgung der Täuferbewegung. 1535 beendeten katholische wie evangelische Fürsten gemeinsam das Täuferreich von Münster. 1543 erschien „Von den Juden und ihren Lügen“ (s.u.), 1545 „Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet“.
Inschrift auf Luthers Grab, Schlosskirche Wittenberg
Trotz eines schon länger währenden Herzleidens reiste er im Januar 1546 über Halle nach Eisleben, um einen Streit des Grafen von Mansfeld zu schlichten. Er starb am Zielort am 18. Februar 1546. Sein Leichnam wurde nach Wittenberg überführt und am 22. Februar in der Schlosskirche beigesetzt.
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