Luther heute
Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben; ursprünglicher Nachname Luder; † 18. Februar 1546 Eisleben) war der theologische Urheber und Lehrer der
Reformation. Als zu den Augustinermönchen gehörender Theologieprofessor wollte er Fehlentwicklungen in der Katholischen Kirche durch ausschließliche Orientierung an Jesus Christus als dem fleischgewordenen Wort Gottes beseitigen. Seine Neuentdeckung der Gnade Gottes, seine Predigten und Schriften - besonders seine Lutherbibel - entfalteten breite Wirkung. Sie wurden von den Fürstentümern des 16. Jahrhunderts dazu genutzt, die Zentralmächte von Papst und Kaiser zurückzudrängen und veränderten das mittelalterliche Gesellschaftsgefüge nachhaltig. Unter ihrem Einfluss kam es entgegen Luthers Absichten zu einer Kirchenspaltung, Bildung der Evangelisch-Lutherischen Kirche und weiterer Konfessionen des Protestantismus.
Was ist Lutherisch?
Während Luthers Aufenthalt auf der Wartburg entstanden in Wittenberg , aber auch anderswo Konflikte in der Frage, wie schnell und wie radikal die anstehenden Reformen durchzuführen seien. Der schon seit dem späten Mittelalter vorhandene Antiklerikalismus erreichte eine neue Blüte, weltliche und geistliche Obrigkeiten befürchteten Aufstände. In seiner Schrift "Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten" schärft Luther seinen Anhängern ein, dass es das Wort Gottes selbst sei, das die Veränderungen bewirkt. Gleichzeitig setzte er sich energisch mit Aktivisten auseinander, die die Reformen ohne Rücksicht auf große Teile der Bevölkerung durchsetzen wollen. Vehement lehnt er eine Spaltung der Gemeinden ab. Sein Hauptaugenmerk gilt der "Schonung der Schwachen". Diese Strategie sollte Erfolg haben, denn nach 1525 ist von Anhängern der alten Kirche in Wittenberg nichts mehr zu hören.
Für die Gegenwart bleibt Luthers kritische Mahnung bedenkenswert. Bei aller Liebe zur eigenen Konfession, sollte die Erinnerung an die Zugehörigkeit zu der einen Kirche Christi, nicht in Vergessenheit geraten.
Aber hier in diesem Treiben, muss ich abermals einige vermahnen, die dem heiligen Evangelium einen großen Abfall und üble Nachreden machen. Es gibt Leute, die ein Blatt oder zwei gelesen oder eine Predigt gehört haben und dann rips raps hervorkommen und nichts anders tun, als blindlings darein fahren und die anderen mit ihrem Treiben bevormunden, als seien die nicht Evangelisch. Wobei es sich bei denen oft um schlichte, einfältige Leute handelt, die die Wahrheit gern lernen wollten, wenn man sie ihnen denn sagte.
Dies habe ich niemals gelehrt und auch der Apostel Paulus hat es streng verboten. Sie tun es nur deswegen, damit sie etwas neues hervorbringen und für gut lutherisch angesehen werden. Aber damit missbrauchen sie das heilige Evangelium nach ihrem eigenen Gutdünken. Damit jedoch wirst du ihnen niemals das Evangelium in die Herzen treiben. Du wirst sie vielmehr davon abschrecken, womit du eine schwere Verantwortung trägst, dass du die einfachen Menschen so von der Wahrheit vertrieben hast.
Nicht so, du Narr, höre und lass es dir gesagt sein: Zum ersten bitte ich, meinen Namen zu verschweigen und sich nicht lutherisch sondern Christen zu nennen. Was ist Luther? Ist doch die Lehre nicht mein. So bin ich auch für niemanden gekreuzigt worden. Der Apostel Paulus wollte bei den Korinthern (1. Kor 3,4f) nicht zulassen, dass sich die Christen paulinisch oder petrinisch nennen, sondern sie sollen Christen heißen. Wie käme ich armer stinkender Madensack dazu, dass man die Kinder Christi nach meinem heillosen Namen nennen sollte? Nicht also, lieben Freunde, lasst uns solche parteiischen Namen tilgen und uns Christen nennen, nach dem, dessen Lehre wir haben.
Die Papisten führen zurecht einen Namen einer Partei, weil sie sich den Namen und die Lehre Christi nicht genügen lassen. Sie wollen auch päpstisch sein, so lasst sie doch, da der ihr Anführer ist. Ich bin und will keines Menschen Meister sein. Ich habe mit der Gemeinde die eine gemeinschaftliche Lehre Christi, der unser aller Meister ist.
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Martin Luther